Banking · 16 October 2026
KBC weitet Betrugsschutz „Schutzengel“ auf über 4 Millionen Kunden aus
Die belgische Bank KBC hat ihre Betrugspräventionsfunktion „Schutzengel“ auf ihren gesamten Kundenstamm von über 4 Millionen Personen ausgeweitet. Zuvor hatte ein Pilotprojekt mit rund 2.000 Teilnehmenden stattgefunden.
Was passiert ist
Die belgische Bank KBC hat ihre Betrugspräventionsfunktion „Schutzengel“ auf ihren gesamten Kundenstamm von über 4 Millionen Personen ausgeweitet. Die Funktion erlaubt es Kundinnen und Kunden, eine vertraute Person zu benennen, die verdächtige Zahlungen freigeben muss, bevor sie ausgeführt werden. Das berichtet Finextra.
Vor der breiten Einführung stand ein Pilotprojekt mit rund 2.000 Teilnehmenden. Die Ausweitung auf die gesamte Kundschaft markiert damit den Übergang von einem getesteten Angebot zu einem Standardbestandteil des Bankings bei KBC.
Die Meldung beschreibt die Neuerung als Erweiterung eines bestehenden Schutzmechanismus. Konkrete Angaben zu Zeitpunkt, Gebühren oder technischen Details lagen in der Berichterstattung nicht vor.
Warum es wichtig ist
Betrug im Zahlungsverkehr beruht häufig auf Druck und Vertrauen: Betrüger geben sich als Bank, Familienmitglied oder Behörde aus und drängen Opfer zu schnellen Entscheidungen. Eine Schutzebene, die eine zweite, selbst gewählte Person einbindet, setzt genau dort an. Sie unterbricht den Moment der Überrumpelung und überträgt die Prüfung auf jemanden, dem die Kundin oder der Kunde ohnehin vertraut.
Für Führungskräfte in Kundenerlebnis, Digitalisierung und Service-Design zeigt der Fall, wie Sicherheit und Reibungslosigkeit zusammenwirken müssen. Eine Pilotierung mit rund 2.000 Personen, bevor der gesamte Kundenstamm betroffen ist, ist ein nachvollziehbarer Weg, Akzeptanz und Handhabbarkeit zu prüfen, bevor die Funktion skaliert wird.
Die wichtigsten Zahlen
- Über 4 Millionen Kundinnen und Kunden haben nach der Erweiterung Zugang zur Funktion.
- Rund 2.000 Personen haben die Funktion zuvor im Rahmen eines Pilotprojekts getestet.
Die Renascence-Perspektive
Die meisten Beobachter werden in diesem Schritt vor allem eine technische Sicherheitsfunktion sehen. Der eigentliche Hebel liegt jedoch im sozialen Element: Die Bank verlagert einen Teil der Sicherheitsverantwortung auf ein Vertrauensnetzwerk, das Kundinnen und Kunden selbst wählen. Dieses Prinzip wirkt, weil Menschen bei sensiblen Entscheidungen eher auf bekannte Personen hören als auf eine Warnmeldung im Banking-App.
Wer Betrugsschutz nur als Hürde für Kunden denkt, übersieht, dass er zugleich ein Vertrauensangebot sein kann. Die eigentliche Frage lautet nicht, wie viele Warnungen ein Kunde ertragen kann, sondern wer im entscheidenden Moment an seiner Seite steht. Operator sollten deshalb prüfen, welche Vertrauensbeziehungen ihre Kundschaft bereits hat, und diese gezielt in Sicherheitsprozesse einbinden. Pilotierungen mit echten Nutzergruppen bleiben dabei der verlässlichste Weg, um Reibung und Nutzen gegeneinander abzuwägen.
Sources
This briefing was written by our Newsdesk, synthesising reporting from the outlets below. Follow the links for the original coverage.
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