Digital Experience · 30 October 2026
Website-Lokalisierung: 56 % der Verbraucher brechen Kauf ab
Laut einer Liferay-Umfrage haben 56 Prozent mehrsprachiger Verbraucher schon einmal einen Kauf wegen mangelhafter Website-Lokalisierung abgebrochen.
Was geschehen ist
Laut einer Umfrage des Anbieters Liferay haben 56 Prozent der mehrsprachigen Verbraucher schon einmal einen Kauf abgebrochen, weil die Lokalisierung einer Website mangelhaft war. Über die Ergebnisse berichtete CustomerThink.
Den Befragten zufolge erkennen Kunden maschinell übersetzte Inhalte häufig selbst. Für Unternehmen mit internationalem Online-Angebot ist das ein direktes Signal: Eine Seite, die in der Zielsprache zwar vorhanden ist, aber unbeholfen wirkt, kann Vertrauen kosten, bevor überhaupt eine Kaufentscheidung fällt.
Warum es wichtig ist
Lokalisierung wird in Organisationen oft als Übersetzungsaufgabe verbucht, die beim Marketing oder der IT liegt. Die Zahlen deuten darauf hin, dass sie vielmehr ein Erlebnisthema ist. Sprache, Tonalität und kulturelle Passung bestimmen mit, ob sich ein Kunde verstanden fühlt. Wer hier spart, riskiert Umsatz genau in den Märkten, die er erschließen möchte.
Aus behavioral-economics-Sicht wirkt ein sprachlicher Fehler wie zusätzliche Reibung. Der Kunde muss kurz abwägen, ob die Informationen verlässlich sind, und genau diese kurze Unsicherheit reicht oft aus, um einen Kauf zu verschieben oder abzubrechen. Für Verantwortliche in CX und digitaler Transformation heißt das: Lokalisierung gehört in die Customer Journey, in die Content-Governance und in die Erfolgsmessung. Konversionsraten nach Sprache und Markt sowie Abbruchstellen im Checkout sind naheliegende Kennzahlen, um den Effekt sichtbar zu machen.
Die Renascence-Perspektive
Die meisten Diskussionen über maschinelle Übersetzung drehen sich um Kosten und Geschwindigkeit. Die eigentlich relevante Frage ist, wie der Kunde den Text erlebt: als Zeichen von Respekt oder als Abkürzung.
Ein Kunde, der einen holprigen Satz liest, zieht daraus einen Schluss über die Marke und nicht über das verwendete Werkzeug. Dieses Urteil fällt in Sekunden und wirkt über den gesamten Besuch hinweg. Wer Lokalisierung als Qualitätsfrage behandelt, sollte Muttersprachler für die kritischen Stellen einsetzen, also Preise, Rückgabebedingungen und den Checkout. Maschinelle Übersetzung eignet sich für Volumen, nicht für die Momente, in denen Geld fließt.
Sources
This briefing was written by our Newsdesk, synthesising reporting from the outlets below. Follow the links for the original coverage.
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