AI · 25 October 2026
LibreOffice: KI-Funktionen nicht standardmäßig aktiviert
Die Entwickler der quelloffenen Textverarbeitung LibreOffice wollen KI-Funktionen nicht in die Standardkonfiguration aufnehmen und begründen dies mit dem Schutz der Privatsphäre der Nutzer.
Was passiert ist
Die Entwickler der quelloffenen Textverarbeitung LibreOffice haben angekündigt, KI-Funktionen nicht in die Standardkonfiguration der Software aufzunehmen. Als Begründung nennen sie den Schutz der Privatsphäre ihrer Nutzer.
Laut TechCrunch rückt die Entscheidung damit einen Punkt in den Vordergrund, der bei vielen Softwareherstellern bislang eher im Hintergrund steht: die Frage, ob KI aktiv eingeschaltet wird oder ob Nutzer selbst entscheiden. Die Zusage bezieht sich auf die Grundeinstellungen. Ob und wie einzelne KI-Funktionen später als optionale Erweiterungen verfügbar sind, geht aus der vorliegenden Berichterstattung nicht hervor.
Die Überschrift des Berichts stellt die Haltung ausdrücklich als Produkteigenschaft dar. Das ist bemerkenswert, weil Verzicht auf KI in Software üblicherweise nicht als Merkmal beworben wird, sondern als Auslassung gilt.
Warum es wichtig ist
Für Verantwortliche in Experience-, KI- und Digitalisierungsprojekten zeigt der Fall, dass die Standardeinstellung eines Produkts zu einer strategischen Entscheidung werden kann. Wenn Nutzer nicht erst eingreifen müssen, um Datenschutz zu erhalten, verschiebt sich die Verantwortung von der Einwilligung auf das Produktdesign. Das betrifft Organisationen direkt, die Software für Verwaltung, Bildung oder Kundenservice einsetzen und ihre Beschäftigten oder Bürger vor ungewollter Datenverarbeitung schützen müssen.
Der Schritt verdeutlicht außerdem, dass KI-Adoption nicht nur eine Frage der Technologie ist, sondern auch des Vertrauens. Die Entscheidung eines Open-Source-Projekts mit Datenschutz als Begründung kann andere Anbieter dazu bewegen, ihre eigenen Voreinstellungen zu überprüfen.
Die Renascence-Einschätzung
Die meisten Leser werden die Nachricht als Debatte über KI lesen. Der eigentliche Punkt liegt jedoch im Standard. Nutzer übernehmen Voreinstellungen fast immer unverändert, weil Wechseln Aufwand, Unsicherheit und kognitive Kosten verursacht. Wer die Grundkonfiguration festlegt, bestimmt also faktisch das Ergebnis, auch wenn er es offen als Wahlfreiheit darstellt.
Die Standardeinstellung ist das stärkste Gestaltungsinstrument, das ein Produktteam besitzt, und sie wird selten bewusst gewählt. LibreOffice macht diese Wahl sichtbar, indem es Datenschutz an den Anfang stellt und KI an das Ende der Entscheidung. Eine kundenorientierte Organisation sollte deshalb jede Voreinstellung in ihren digitalen Diensten so prüfen, als wäre sie die Entscheidung des Kunden selbst. Wer KI standardmäßig einschaltet, sollte den Nutzen klar erklären und die Abmeldung so einfach machen wie die Anmeldung.
Sources
This briefing was written by our Newsdesk, synthesising reporting from the outlets below. Follow the links for the original coverage.
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