Customer Service · 10 August 2026
Deloitte-Studie: Contact Center überschätzen ihren Fortschritt
Laut einer Deloitte-Studie sehen Contact-Center-Betreiber deutliche Fortschritte, die Kunden in ihrer tatsächlichen Erfahrung jedoch kaum wahrnehmen.
Was ist passiert
Eine aktuelle Studie von Deloitte zeigt eine deutliche Wahrnehmungslücke zwischen Contact-Center-Betreibern und ihren Kunden: Während Unternehmen in ihren Service-Centern klare Fortschritte sehen, nehmen Kunden diese Verbesserungen offenbar nicht in gleichem Maße wahr. Wie CallCenterProfi berichtet, klafft zwischen Selbstbild der Betreiber und Erfahrung der Endkunden eine spürbare Lücke.
Die Studie deutet darauf hin, dass Investitionen in Prozesse, Technologie oder Schulungen aus Sicht der Contact-Center-Verantwortlichen greifen, sich dieser Eindruck jedoch nicht eins zu eins in einer besseren Kundenwahrnehmung widerspiegelt. Damit rückt erneut die Frage in den Fokus, wie interne Fortschrittsmessung und tatsächlich erlebte Servicequalität zueinander stehen.
Warum das wichtig ist
Für Customer Experience und Service Design ist dieser Befund ein klassisches Warnsignal: Interne KPIs und Zufriedenheit an der Kundenschnittstelle laufen offenbar nicht synchron. Wenn Unternehmen ihre eigenen Fortschritte höher einschätzen als die Kunden sie erleben, besteht die Gefahr, dass Investitionsentscheidungen auf falschen Signalen beruhen — und echte Reibungspunkte im Kundenerlebnis unentdeckt bleiben.
Aus verhaltensökonomischer Sicht ist dies zudem ein Hinweis darauf, wie unterschiedlich Erwartung und Erfahrung bewertet werden: Betreiber messen oft Effizienzgewinne, während Kunden vor allem daran erinnert werden, wie sich ein Kontakt emotional anfühlte. Diese Diskrepanz kann langfristig Vertrauen und Loyalität kosten, selbst wenn operative Kennzahlen positiv ausfallen.
Die Einschätzung von Renascence
Der eigentliche Wert dieser Studie liegt nicht in der Feststellung einer Lücke an sich, sondern in dem, was sie über Messmethoden verrät: Wer Fortschritt primär anhand interner Prozesskennzahlen definiert, misst am Ende oft das Falsche.
Fortschritt im Contact Center ist nicht das, was intern gemessen wird, sondern das, was der Kunde im Moment des Kontakts tatsächlich spürt. Diese Lücke entsteht meist, weil Effizienzmetriken wie Bearbeitungszeit oder Automatisierungsgrad mit Erlebnisqualität verwechselt werden — beides korreliert aber nicht automatisch. Kundenorientierte Betreiber sollten deshalb regelmäßig direkt an der Kundenperspektive validieren, statt sich allein auf interne Fortschrittsindikatoren zu verlassen, und Verbesserungen erst dann als Erfolg verbuchen, wenn sie sich im tatsächlich wahrgenommenen Service niederschlagen.
Sources
This briefing was written by our Newsdesk, synthesising reporting from the outlets below. Follow the links for the original coverage.
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