Bankwesen · 20. Oktober 2026
Blockchain-Syndizierung: Santander und BBVA finanzieren Iberdrola
Santander und BBVA haben eine syndizierte Finanzierung für Iberdrola über eine Blockchain-Plattform arrangiert. Laut Finextra ist dies eine Premiere, unabhängig geprüft ist das bislang nicht.
Was geschah
Santander und BBVA haben eine syndizierte Finanzierung für den Energieversorger Iberdrola arrangiert, die auf einer Blockchain-Plattform abgewickelt wurde. Laut Finextra stellen die Beteiligten den Vorgang als Premiere für diese Art von Transaktion dar. Diese Einordnung ist bislang nicht unabhängig überprüft.
Bei einer syndizierten Finanzierung bringt ein Konsortium mehrerer Banken gemeinsam Kreditmittel für einen Kreditnehmer auf. Dass dieser Ablauf nun über eine verteilte Ledger-Technologie gesteuert wurde, ist der eigentliche Nachrichtenkern. Die Meldung beschreibt damit einen konkreten Einsatz von Blockchain im Unternehmensfinanzgeschäft und keine bloße Absichtserklärung.
Die verfügbare Berichterstattung stützt sich auf eine Quelle. Details zu Volumen, Laufzeit und technischer Architektur der Plattform lassen sich daraus nicht belastbar ableiten, weshalb sie in dieser Einordnung nicht genannt werden.
Warum es wichtig ist
Für Führungskräfte in Digitalisierung und Betrieb ist der Fall vor allem als Hinweis auf veränderte Abläufe im Unternehmensgeschäft relevant. Syndizierte Kredite sind mit vielen Beteiligten, manueller Abstimmung und getrennten Datenbeständen verbunden. Eine gemeinsame, nachvollziehbare Datenbasis könnte Abstimmungsaufwand, Fehlerquellen und Verzögerungen zwischen den Konsortialpartnern verringern. Ob dies im vorliegenden Fall tatsächlich eintritt, lässt sich aus den Berichten nicht ableiten.
Die Entwicklung zeigt außerdem, dass Blockchain in Teilen der Finanzbranche den Schritt von Pilotprojekten zu operativen Transaktionen mit großen Unternehmenskunden macht. Für Organisationen außerhalb des Bankwesens ist das ein Signal, Prozesse mit vielen externen Beteiligten neu zu bewerten. Dazu gehören Freigaben, Dokumentenflüsse und Statusabfragen.
Der Renascence-Standpunkt
Die Schlagzeile konzentriert sich auf die Technologie. Für Kundenerlebnis und Servicegestaltung ist jedoch die Frage wichtiger, wer im Konsortium künftig Transparenz über den Stand einer Transaktion erhält und wie schnell.
Die meisten Leser werden die Blockchain als Selbstzweck lesen, dabei liegt der Hebel in der geteilten Wahrheit über den Vorgang. Wer Prozesse mit vielen Beteiligten gestaltet, sollte zuerst prüfen, wo Wartezeiten und Rückfragen entstehen, und erst dann, ob ein verteiltes Register diese Reibung tatsächlich beseitigt. Die Frage nach der Premiere ist nachrangig, solange nicht belegt ist, dass Teilnehmer den Ablauf verlässlicher und verständlicher erleben. Betreiber sollten deshalb Kennzahlen zur Durchlaufzeit und zur Klärungsquote aus Sicht aller Beteiligten definieren, bevor sie in Technologie investieren.
Quellen
Dieses Briefing wurde von unserem Newsdesk verfasst und fasst die Berichterstattung der unten genannten Quellen zusammen. Folgen Sie den Links für die Originalberichte.
FAQ
Questions we get on this topic
Mehr zu Bankwesen
Bleiben Sie im CX auf dem Laufenden
Erhalten Sie das Signal, nicht das Rauschen.
Die Geschichten, die das Kundenerlebnis prägen – plus das Journal und Experience Loom – in Ihrem Posteingang.


