Bankwesen · 1. September 2026
Legacy-Systeme größte Hürde für 80 Prozent der Banken
Laut IT Finanzmagazin nennen 80 Prozent der Banken veraltete IT-Systeme als größtes Hindernis bei der digitalen Modernisierung – mit direkten Folgen für Kunden- und Mitarbeitererlebnis.
Was passiert ist
Laut einer aktuellen Berichterstattung von IT Finanzmagazin sehen 80 Prozent der Banken veraltete IT-Systeme als größtes Hindernis auf ihrem Weg zur digitalen Modernisierung. Legacy-Architekturen bremsen damit für die überwiegende Mehrheit der Institute Tempo und Umfang von Transformationsvorhaben.
Die Meldung reiht sich in eine Reihe von Befunden ein, die zeigen, dass technologische Altlasten in der Finanzbranche nicht länger ein Randthema der IT-Abteilung sind, sondern zunehmend als strategisches Risiko für das gesamte Geschäftsmodell wahrgenommen werden.
Warum das relevant ist
Legacy-Systeme sind selten nur ein technisches Problem – sie definieren, wie schnell eine Bank neue Produkte einführen, regulatorische Anforderungen umsetzen oder mit modernen Cloud- und Datenplattformen arbeiten kann. Wenn vier von fünf Instituten dies als größte Hürde nennen, deutet das darauf hin, dass viele Modernisierungsstrategien an der technischen Basis scheitern, bevor sie überhaupt die Kunden- oder Mitarbeiterschnittstelle erreichen.
Für Verantwortliche in Digitalisierung und Service-Design bedeutet das: Investitionen in neue Kanäle, KI-gestützte Beratung oder personalisierte Angebote laufen ins Leere, wenn die dahinterliegenden Kernsysteme starr, fragmentiert oder schlecht integrierbar bleiben. Die eigentliche Wettbewerbsfrage verschiebt sich damit von „welche neue Oberfläche bauen wir“ zu „wie schnell können wir die Infrastruktur darunter erneuern“.
Zahlen im Überblick
- 80 Prozent der Banken nennen Legacy-Systeme als größte Hürde bei der digitalen Modernisierung.
Die Einschätzung von Renascence
Der eigentliche Punkt dieser Zahl liegt nicht in der Technik selbst, sondern in der Priorisierung: Banken, die Modernisierung primär als IT-Projekt behandeln, laufen Gefahr, das eigentliche Nutzererlebnis – für Kunden wie für Mitarbeitende – als nachrangig zu betrachten.
Wer Legacy-Systeme nur als technisches Erbe abtut, übersieht, dass sie zugleich ein Verhaltensproblem erzeugen: Mitarbeitende entwickeln Workarounds, Kunden erleben Reibung an genau den Momenten, die über Vertrauen entscheiden. Kundenorientierte Institute sollten Modernisierung deshalb nicht von der IT-Roadmap, sondern von den kritischsten Erlebnismomenten aus denken – und die Systemerneuerung an jenen Prozessen ausrichten, die Kunden und Mitarbeitende am stärksten spüren. Alles andere ist teure Technik ohne spürbaren Effekt.
Quellen
Dieses Briefing wurde von unserem Newsdesk verfasst und fasst die Berichterstattung der unten genannten Quellen zusammen. Folgen Sie den Links für die Originalberichte.
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